Ein Fest der Begegnung auch ohne Schnee

7. Arracher Seeweihnacht lockte Massen von Besuchern herbei – stimmungsvolles Flair und vorweihnachtliches Erlebnis im festlichen Lichterglanz

Auf weißes Flockengewimmel aus himmlischen Höhen musste man am Veranstaltungstag der 7. Arracher Seeweihnacht zwar verzichten, aber ansonsten bot der stimmungsvolle Markt im Halbrund des Sees einen vorweihnachtlichen Genuss für alle Sinne. Auch wenn das milde Wetter eher an den Frühling erinnerte, als an den dritten Adventssonntag, so versetzten weihnachtliche Düfte, viele Lichter, ein ansprechendes Rahmenprogramm und ein vielfältiges Angebot an kulinarischen Schmankerln aller Art die Gäste und Besucher in eine unvergessliche Adventsstimmung. Der Arbeitskreis Seepark als Veranstalter und natürlich die Budenbetreiber selber konnten sich über einen überwältigenden Besucheransturm aus allen Himmelsrichtungen des Landkreises und darüber hinaus freuen. Mit seiner einzigartigen Atmosphäre versprühte der Christkindlmarkt heitere Vorfreude auf das Weihnachtswunder und mit Besinnlichkeit pur lockte der Ort mit unverwechselbarem Flair zum Verweilen.   

„Die Jacken, die wir anziehen, werden jedes Jahr dünner.“, bemerkte Bürgermeister Sepp Schmid bei seiner Ansprache zur Eröffnung des Marktes. Wichtig sei es jedoch, wie es innerlich aussehe und welche weihnachtlichen Gedanken man mit nach Hause nehme. Sein Dank galt allen, die in irgendeiner Weise für das Gelingen der Seeweihnacht beitrugen. In Gedichtform ermunterte er dazu, statt Geschenken Zeit zu verschenken. „Von dem Geschenk geht nichts verloren und es kommt von Herzen.“ Weihnachten als Fest unseres Glaubens im christlichen Sinn stellte Pfarrer Franz Weber in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Es geht nicht um irgendeine Freude, sondern um die Freude auf Christus und sein Kommen an Weihnachten.“ Eine kurze Segensandacht  folgte. Lieblich anzuschauen war das Arracher Christkind (Romana Eckl) mit seinen vier Engerln (Leni Aschenbrenner, Leni Winter, Hannah und Clara Schmid), das mit seinem bayerischen Prolog den Markt eröffnete.
Die rund 30 Stände (Vereine und private Anbieter) waren mit Tannengrün, Sternen und Lichtern  liebevoll geschmückt. Ihr kunsthandwerkliches Angebot in allen Variationen erstreckte sich von Gehäkeltem, Gestrickten, Genähtem, Getöpferten, Handgedrechselten, handgemachten Seifen, Kräutern und Gewürzen bis hin zu Gartenaccessoires aus Eisen, Stahl und Weide. Verkaufsstände mit weihnachtlichen Leckereien und Getränken aller Art stillten jedweden Hunger und Durst, ob eher süß oder deftig. Diverse Feuerstellen verlockten zum Verweilen und zu Gesprächen am wärmenden Feuer.

Auch für die Kinder war die Seeweihnacht wieder ein vorweihnachtliches Erlebnis. Im Krippenstadl der Lebenden Krippe waren wieder das heilige Paar (dargestellt von Laura Liebl und Stefan Rank) sowie der Hirte (Lisa Glasschröder) und natürlich das Jesuskind zu sehen. Die beiden kleinen Ziegen waren Publikumslieblinge und wurden später von Bürgermeister Sepp Schmid für ein Futtergeld ersteigert, das dem Lohberger Bayerwald-Tierpark zufloss. Stets von einem Pulk von Kids umgeben ließ sich das Rentier Rudi gerne damit fotografieren. Über volle Zuschauerränge freute sich das erstmalige dargebotene Kasperltheater, das von den „Wochtstoana“ Trachtlern aus Hohenwarth perfekt in Mundart in Szene gesetzt wurde. Die Spielerschar um Vorsitzenden Stephan Pongratz hatte sich dazu extra ein lustiges Stück in schönstem Lokalkolorit einfallen lassen, bei dem auch das Arracher Moor, Bürgermeister Sepp Schmid und Bäckermeister Hermann Zapf Eingang fanden. Vor den Ständen der beiden örtlichen Kindergärten hatte Drehorgelspieler Franz Rackl aus Zandt Aufstellung genommen. Mit seinen Melodien und dem unnachahmlichen Klang seines fast vergessenen Instruments begeisterte er die Zuhörer. Für ein geringes Beförderungsentgelt waren für die großen und kleinen Seeweihnachtsbesucher wieder Pferdekutschfahrten angeboten. Das nochmalige Erscheinen des Arracher Christkindes samt  Engerln wurde angekündigt von der Bläsergruppe. Es verteilte ansprechende Geschenke an die wartende Schar.

Unter dem Titel „Musik zum Advent“ brachten stündlich heimische Musikgruppen die Besucher in Weihnachtsstimmung. Die Ziachkinder von Dominik Gabler, der Rittsteiger Dreigsang und die Stoiber-Deandln gefielen mit ihren Darbietungen weihnachtlicher Weisen. Mit großer musikalischer Bandbreite der Blasmusik warteten die „Bayerisch-Böhmischen“ auf. In die Herzen ihres Auditoriums sangen sich die „Four Voices“, die mit eigens für die Seeweihnacht umgedichteten Lieder „A scheene Seeweihnacht und a guade Zeit“ wünschten, sowie „Wann kimmt da Schnee? Der kimmt no.“ auf bayerisch intonierten. Das Markttreiben setzte sich bis gegen 21 Uhr fort. Auf ein Wiedersehen kann man sich im Dezember 2016 freuen, wenn die 8. Arracher Seeweihnacht wieder ihre Pforten öffnet und ein Stück gelebter Heimatkultur vermittelt.