Kerzenschein und Weihnachtszauber

8. Arracher Seeweihnacht litt unter der unwirtlichen Witterung – Musikalisches Rahmenprogramm begeisterte das Publikum

Lichterglanz, Gewürzduft, leuchtende Augen zwischen den Ständen. Im Laufe der Jahre hat sich die „Arracher Seeweihnacht“ zahlreiche Freunde aus nah und fern erworben, die besonders die Qualität des Angebotes und die Atmosphäre dieses einmaligen Veranstaltungswortes zu schätzen wissen. Auch heuer wieder zauberte der stimmungsvolle Adventsmarkt ein frohes Lächeln in die Gesichter seiner Besucher, obwohl das Wetter alles anderes als weihnachtlich war. Dauerregen mit Windböen am Nachmittag bremsten den gewohnten Besucheransturm stark ein. Erst am frühen Abend, als die Nässe von oben nachließ, war wieder mehr Betriebsamkeit zwischen den Buden zu bemerken. Die vom Arbeitskreis Seepark unter der Leitung von Hermann Zapf initiierte Seeweihnacht ist seit acht Jahren ein Erlebnis für alle Sinne: feinster Glühweinduft zieht durch die Stände, an den Buden glitzert und funkelt Edles, Verspieltes, Altes und Neues. Der Duft von gebrannten Mandeln, süßen Waffeln und allerlei herzhaften Leckereien begleitete die Besucher beim Flanieren zwischen ausgesuchtem Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck und vielen ausgefallenen Geschenkideen an den 32 liebevoll dekorierten Ständen. Dazu trugen viele Gruppierungen und Vereine der Gemeinde, sowie private Anbieter bei. Ihr kunsthandwerkliches Angebot in allen Variationen erstreckte sich von Gehäkeltem, Gestrickten, Genähtem, Getöpferten, Handgedrechselten, handgemachten Seifen, Kräutern und Gewürzen bis hin zu Gartenaccessoires aus Eisen, Stahl und Weide. Verkaufsstände mit weihnachtlichen Leckereien und Getränken aller Art stillten jedweden Hunger und Durst, ob eher süß oder deftig. Diverse Feuerstellen verlockten zum Verweilen und zu Gesprächen am wärmenden Feuer.  
In seinem Grußwort sagte Bürgermeister Sepp Schmid all jenen Dank, die in irgendeiner Weise für das Gelingen der Seeweihnacht beitrugen. Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest, das Fest des Lichts, trug er ein Gedicht vor. Sein Appell bedeutete, sich doch jetzt in den „besinnlichen“ Wochen Zeit zu nehmen für das Wesentliche. „Draußen wird es immer dunkler, das Licht am Adventskranz immer mehr.“ Auch Pfarrer Franz Weber sprach vom Advent, der nahende Ankunft Gottes bei den Menschen. „Am heutigen 3. Adventssonntag Gaudete herrscht Freude darüber, dass der Herr mit der Erlösungsgnade nahe ist. Freuet euch, die Geburt Jesu ist nahe.“ Mit einem Segensgebet eröffnete er die Seeweihnacht. 
Das Arracher Christkind (zum fünften Mal in Folge dargestellt von Romana Eckl) wünschte in seinem bayerischen Prolog Friede auf Erden, Gesundheit sowie innere Ruhe und Herzensfreude. Sie wurde begleitet von den vier lieblich anzuschauenden Engerln Nina Müller, Leni Winter, Hannah und Clara Schmid. Zur unvergesslichen Adventsstimmung trugen auch die Sing- und Musiziergruppen bei, die das musikalische Rahmenprogramm auf der Seepark-Bühne gestalteten. Mit ihrer Musik und dem Gesang gefielen die Ziachkinder von Dominik Gabler, die Bayerisch-Böhmischen und die vier Sängerinnen der Gruppe „Four Voices“. Zur „Adventlichen Stund“ trugen Autor und Stückeschreiber Eberhard Kreuzer aus Zwiesel, der Rittsteiger Dreigsang, die Rittsteiger Musi und das Regental-Gsangl bei. Wegen des akkurat zu dieser Zeit herrschenden Dauerregens war das Publikum überschaubar, eine Tatsache, die angesichts dieser hochkarätigen Besetzung sehr bedauerlich war. „Als ich hörte, dass ich auf der Seeweihnacht auftreten darf, wusste ich nicht, dass ihr es in Arrach hier so wörtlich nehmt mit der Nässe“, meinte Kreuzer zu Beginn. Der Zwieseler ist eine feste Größe in der Kulturszene Niederbayerns, er erzählte teils besinnliche, teils humorvolle weihnachtliche Geschichten und Verserl aus dem richtigen Leben.                                                                                                                              Kurzweil bot auch die Lebende Krippe mit dem heiligen Paar, Hirten und Ziegen im Krippenstadl, das Rentier Drudi und das weihnachtliche Fotoshooting von Nina Vogl. Holzkünstler Robert Altmann fertigte für die Kinder gedrechselte Kreisel oder Bäumchen an. Mit zwei Vorstellungen erfreute bei vollen Zuschauerrängen wieder das von den „Wochtstoana“ Trachtlern aus Hohenwarth in Szene gesetzte Kasperltheater, bei der Bürgermeister seine liebe Not hatte, die vom Räuber gestohlenen Plätzchen wiederzubeschaffen. Angekündigt von der Bläsergruppe und begleitet von vielen Fackelträgern betrat nochmals das Arracher Christkind die Bühne und verteilte ansprechende Geschenke an die wartende Kinderschar.